"Meer" erlebt: 17. IAKS Eismeisterschulung in Bremerhaven
Vom 11. bis 13. Mai fand die 17. IAKS Eismeisterschulung im modernsten Eisstadion Deutschlands, der EisArena Bremerhaven, statt. Insgesamt beschäftigten sich über 130 Betriebsleiter, Eismeister, Planer und Unternehmensvertreter mit aktuellen Fragen, Trends und Good Practices bei Kunsteisbahnen.
Am ersten Veranstaltungstag wurden Grundlagen der Kältetechnik nebst Energieeinsparpotentialen vermittelt sowie einzelne Bestandteile kältetechnischer Anlagen genauer unter die Lupe genommen. „Wo liegt der Nutzen von Sicherheitsventilen, wo werden sie eingesetzt und wie gewartet?“ beantwortete Michael Andersen von der Parker Hannifin GmbH. Detlef Flecken von Th. Witt Kältemaschinenfabrik GmbH erläuterte den Kälteprozess einer Eisbahn und referierte über Hochdruck-Schwimmer-Regler; hermetische Kältemittelpumpen sowie Druckbehälter und deren Funktionen. Am Beispiel der Eissporthalle Harsefeld verdeutlichte Christian Weber der ARGE Fitschen&Weber, dass sich gute Elektro- und Raumakustik auszahlt, da immer mehr Eishallen ganzjährig als Veranstaltungsort für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt werden.
Der zweite Veranstaltungstag verlief durch die Vorführung von sechs Eisbearbeitungsmaschinen und Zusatzgeräten weit praxisorientierter. Im Anschluss an ihr Referat „Von der ersten Idee bis zur Realisierung einer DEL-gerechten Eissporthalle“ führten der Bauherr, der Generalunternehmer und der technische Gebäudeausstatter die interessierten Teilnehmer durch die EisArena. Zuvor zeigte Dieter Matz als Vorsitzender des VDEM das typische Aufgabengebiet des Eismeisters; ergänzt durch den Vortrag von Fred Pargmann, der anschaulich die Eispflege mit Eisbearbeitungsmaschinen und Hilfsgeräten beleuchtete. Die Möglichkeiten der physikalischen Wasseraufbereitung untermalte Marbod Mundt von IPT mit praktischen Erfahrungsbereichten. Ebenso gewährte Michael Schmitz von der Schmitz GbR Einblick in seinen reichen Erfahrungsschatz, den er u.a. bei der Eisaufbereitung für das Zuschauerrekordspiel in der Arena Auf Schalke gesammelt hatte. In seinem Referat „Markierungen und Werbung in der Eisfläche“ wies er auf die typischen Stolperfallen beim Eisaufbau hin.
Spätestens bei der Besichtigung des Bremerhavener Freihafens und dem Empfang in der Pistenbar auf freundliche Einladung der EisArena Bremerhaven konnte das ein oder andere sportliche Expertengespräch zur zeitgleich stattfindenden IIHF Eishockey WM geführt werden.
Am dritten Veranstaltungstag, wurden die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung analysiert und Uwe Deyle vom Planungsbüro Deyle zeigte die Maßnahmen zur betrieblichen Gefahrenabwehr bei Mehrzwecknutzungen auf. Ebenso widmete sich Jürgen Schmidt vom Ingenieurbüro für Kältetechnik dem Sicherheitsaspekt; namentlich beurteilte er die Sicherheitsausstattung bei NH3-Kälteanlagen. Wie sich der Eismeister in Konfliktsituationen optimal verhält, erläuterte Albert Marken praxisorientiert und konnte auf seine jahrelange Berufserfahrung bei der Polizei zurückgreifen. Zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung zeigte Klaus Meinel, Geschäftsführer der IAKS, Trends für Eislaufangebote aus Nordamerika. Freizeitorientierte Eislaufflächen werden auch in Europa stärkere Verbreitung finden. Ein beispielhafter Bau entsteht derzeit an der Kölner Lentstraße und wird Veranstaltungsort der nächsten IAKS Managementtagung Kunsteisbahnen im Frühjahr 2012 sein.

